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Auszug - Rückblick Beiratsarbeit 2017 und Planungen für 2018  

 
 
öffentliche Sitzung des Beirates für Migration und Integration
TOP: Ö 3
Gremium: Beirat für Migration und Integration Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 01.03.2018 Status: öffentlich
Zeit: 18:00 - 20:00 Anlass: Ordentliche Sitzung
Raum: Verwaltungsgebäude, V. Obergeschoss, Zimmer 559
Ort: Engerser Landstraße 17, 56564 Neuwied
 
Beschluss


Herr Sandayuk erinnert an seine Teilnahme bei der Aktion am Neuwieder Knuspermarkt im Dezember. Er lobt das Engagement der Beiratsmitglieder, die sich vom ungemütlichen und kalten Wetter nicht aufhalten ließen und diese Aktion bis Ende durchgeführt haben. Andere Beiratsmitglieder geben ebenfalls positive Rückmeldungen zu der Aktion und berichten, dass viele Passanten informiert und beraten werden konnten. Neben dem türkischen Tee, der von Hüseyin Ilbey zubereitet wurde, gab es Weihnachtsplätzchen und viel Informationsmaterial. Dilorom Jacka ergänzt, dass das Weihnachtsgebäck von Frau Hermes zur Verfügung gestellt wurde und dankt ihr für die großgige Spende.

Frau Jacka fragt, ob die Beiratsmitglieder die Aktion am Knuspermarkt auch in diesem Jahr fortsetzen möchten. Die anwesenden Beiratsmitglieder plädieren einstimmig für die Fortsetzung dieser Aktion.

Herr Zampella erzählt über den Besuch des Altenpflegeheims Josef-Ecker-Stift und den anschließenden Austausch zum Thema „Pflege im interkulturellen Kontext“. Aus seiner Sicht soll der Beirat das Thema weiterverfolgen; ebenso soll die AG „Kita/Schule/Ausbildung“ weiterhin mit der Grundschule Marienschule zusammenarbeiten und das Gespräch mit der Grundschule Sonnenlandschule sowie Sportvereinen suchen.

Herr Zampella berichtet über seine Teilnahme an der offiziellen Eröffnungsveranstaltung des Integration Points. Frau Jacka erläutert, dass es sich dabei um eine Anlaufstelle für Geflüchtete, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, handelt und verschiedene Behörden und Organisationen, wie z.B. Handwerkskammer Koblenz oder IQ (Integration durch Qualifizierung)-Netzwerk, im Jobcenter eine individuelle Beratung zur beruflichen Integration anbieten.

Cataldo Spitale erinnert an die Informationsveranstaltung des Beirates „Leistungsrechtliche Ansprüche für EU-Bürger Information und Dialog“, die in Kooperation mit dem Jobcenter angeboten wurde. Er führt aus, dass in der Stadt Neuwied viele EU-Bürger leben und der Beirat sie nicht aus dem Blick verlieren sollte.

Herr Zampella blickt auf den unerwarteten Tod des Oberbürgermeisters Nikolaus Roth sowie die Bundestagswahl und die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters im vergangenen Jahr zurück. Man hat sich vor dem Hintergrund dieser Ereignisse zurück gehalten, - resümiert er. Auch im Jahr 2019 finden gleich zwei Wahlen statt: die Kommunalwahl und die Wahl in die Beiräte für Migration und Integration.

Herbert Woidtke ergreift das Wort und führt aus, dass die Zeit bis zur nächsten Beiratswahl  knapp ist und die Ergebnisse der letzten Wahl, auch hinsichtlich der Wahlbeteiligung, seien ja bekannt. Daher sollte man mehr Kandidaten für die nächste Beiratswahl gewinnen und sich etwas einfallen lassen, um die Wahl vorzubereiten. Er regt an, eine Versammlung zu diesem Thema zu organisieren, um Menschen mit Migrationshintergrund aufzuklären und vorzubereiten. Es gehe darum, bei Menschen mit Migrationshintergrund Interesse an einer Mitwirkung im Integrationsbeirat zu wecken und zwar rechtzeitig, was einer guten Vorbereitung bedarf,- so Herr Woidtke weiter. Er teilt mit, dass er bei der nächsten Wahl in die Beiräte für Migration und Integration nicht antreten wird.

Vorsitzender Sandayuk findet es schade, wenn erfahrene Beiratsmitglieder ausscheiden und dem Beirat nicht zur Verfügung stehen. Er bedauert es, dass viele Migranten wenig Interesse an einer Mitarbeit im Beirat oder der Integrationsarbeit haben. Er schlägt vor, auch die Geflüchteten einzubeziehen und in der arabischen sowie albanischen Moschee Werbung für die Beiratswahl machen.

Herr Spitale sagt, dass er nicht vor hat, wieder in den Beirat und den Stadtrat zu kandidieren. Daraufhin konkretisiert Herr Woidtke, dass es sich vor allem um gewählte Beiratsmitgliedern handelt, um die man sich bemühen sollte.

Inge Rockenfeller ergreift das Wort und sagt, der Beirat soll sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Nationalitäten zusammensetzen. Sie regt an, eine Veranstaltung für Neuwiederinnen und Neuwieder verschiedener Nationalitäten anzubieten, um sie über den Beirat und seine Arbeit aufzuklären.

Herr Sandayuk und Herr Zampella kritisieren, dass einige Mitglieder, vor allem vom TDF (Türkisch-Deutschen Freundschaftsverein) sich in den Beirat wählen lassen und nicht zu den Sitzungen kommen.

Herr Woidtke konstatiert, dass wir ein Jahr Zeit haben und uns Gedanken hinsichtlich der bevorstehenden Beiratswahl machen sollen. Als eine der möglichen Maßnahmen schlägt er vor, die Einbürgerungsfeier zu besuchen, um Menschen mit Migrationshintergrund gezielt anzusprechen und für die Beiratsarbeit zu werben.

Herr Zampella spricht das Leseprojekt an der Grundschule Marienschule an und stellt klar, dass sich die AG Kita/Bildung/Ausbildung mit der Schulleiterin Frau Burgmaier-Wilm treffen sollte.

Frau Rockenfeller fragt, wie es an Schulen mit einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund mit dem Deutsch lernen aussieht. Aus ihrer Sicht soll der Beirat nicht nur die Schulen, sondern eine KiTa besuchen. Herr Zampella erinnert als Sprecher der AG Kita/Bildung/Ausbildung daran, dass die AG gemeinsam mit dem zuständigen Sozialdezernenten Michael Mang bereits einen solchen Kindergarten besuchte. Die städtische KiTa „Neuwieder Kinderschiff“ liegt mitten in der Sozialen Stadt und hat einen hohen Anteil an Migrantenkindern, - so Herr Zampella. Die Erzieherinnen haben die AG umfassend über die Herausforderungen und ihren professionellen Umgang mit der Vielfalt informiert.

Frau Jacka berichtet über ihre Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag, bei dem sie wiederholt in der Grundschule Marienschule eine Geschichte vorgelesen hat. Sie wurde von der Rektorin Frau Burgmaier-Wilm angesprochen, ob die Beiratsmitglieder dazu beitragen könnten, bei Eltern mit Migrationshintergrund Begeisterung für das Vorlesen, auch in der Muttersprache zu wecken. Frau Burgmaier-Wilm und Frau Jacka waren sich einig, ein Leseprojekt mit den Beiratsmitgliedern zu konzipieren. Die Einbeziehung der Beiratsmitglieder könnte helfen, den Zugang zu den Eltern mit Migrationshintergrund zu gewinnen,- erklärte Frau Jacka.

Frau Nissan betont, dass es um die Förderung der Sprachkompetenz, auch in der Muttersprache gehen sollte. Aus ihrer beruflichen Erfahrung als Erzieherin weiß sie, dass nur wer seine Muttersprache richtig beherrscht, kann auch eine weitere Fremdsprache gut erlernen.

Herr Zampella liest den Brief von Frau Burgmaier-Wilm vor.

Herr Woidtke stellt fest, dass es Sprachschwierigkeiten im schulischen Kontext gibt und es Unterstützer bedarf, die sich mit schulischen Angelegenheiten auskennen. Er findet die Idee gut. Es wäre aus seiner Sicht möglich, mit Eltern zu reden und dadurch viele Probleme zusen. Er regt an, nach pensionierten Lehrern zu suchen.

seyin Ilbey berichtet, dass er die Heinrich-Heine Realschule plus besucht hat und es dort Probleme mit dem muttersprachlichen Unterricht gäbe. Der Türkisch-Lehrer möchte vormittags unterrichten, da er an verschiedenen Schulen unterrichtet. Die Leitung der Heinrich-Heine Realschule plus verweist ihn jedoch darauf, dass sein Unterricht nur nachmittags möglich ist, da vormittags deutsche Sprache unterrichtet wird. Der Beirat sollte sich hierbei seiner Meinung nach einmischen, nicht zuletzt weil türkische Eltern von betroffenen Schülern daran Interesse hätten.

Herr Woidtke stellt klar, dass der Beirat sich in die schulische Angelegenheiten nicht einmischen kann und auch nicht sollte, da es schulische Konzepte gibt.

Herr Ilbey erwidert, dass wenn der Beirat sich nicht einmischen und etwas unternehmen würde, würden die türkischen Familien sich nicht an den Beiratswahlen beteiligen.

Herr Zampella weist darauf hin, dass es in einer Schule wichtige Unterrichtsfächer, wie Deutsch und Mathematik, gibt und der muttersprachlicher Unterricht lediglich eine Ergänzung des schulischen Angebots ist.

Frau Nissan merkt an, dass der muttersprachliche Unterricht zwar wichtig ist, aber in einer Unterrichtsstunde kann man eine Sprache nicht vernünftig erlernen. Das sei auf diese Weise nicht zu schaffen. Vielmehr sollten aus ihrer Sicht die Eltern, die Interesse daran haben, dass ihre Kindern die Muttersprache beherrschen, selbst mit ihren Kindern üben und denen insbesondere die Schrift beibringen.

Herr Woidtke weist auf geregelte Zuständigkeiten hin und sagt, dass die rkischen Eltern sich bei der ADD beschweren können. Der Beirat kann sich nicht in die Angelegenheiten der Schule einmischen.

Frau Nissan sagt, der Beirat kann nicht fordern, dass die Schulen sich an Wünsche oder Möglichkeiten eines Lehrers anpassen.

Herr Woidtke spricht die Möglichkeiten einer Elternmitwirkung an. Er hatte sich schon seit längerem dafür ausgesprochen, dass sich die Eltern mit Migrationshintergrund in den Elternbeirat wählen lassen so hätten sie auch mehr Rechte und Möglichkeiten.

 

Frau Rockenfeller ergreift das Wort und unterbreitet folgende Vorschläge oder Ideen:

1.) Eine Veranstaltung mit Herrn Kutscher von der Kreishandwerkerschaft zu organisieren.

Frau Jacka stellt klar, dass es in vergangenen Jahren mehrere Veranstaltungen in Kooperation mit Herrn Kutscher, aber auch mit anderen Akteuren wie die Arbeitsagentur und das Jobcenter Neuwied oder die Handwerkskammer Koblenz zum Thema „Integration in Arbeit und Ausbildung“ gab. Diese Informationsveranstaltungen oder Schulungen richteten sich an ehrenamtliche Flüchtlingshelfer oder auch speziell an Ehrenamtliche aus dem Netzwerk „RLI (Rotary-Lionsclub-Inner Wheel) Integrationsprojekt“, die seit 2017 wöchentliche Sprechstunden „Integration in die Arbeitswelt“ anbieten. Aus ihrer Sicht bestehe hier weniger allgemeiner Informationsbedarf, sondern vielmehr Handlungsbedarf in Form konkreter Unterstützung durch kontinuierliche und nachhaltige Begleitung der Betroffenen auf dem Weg in Ausbildung oder Arbeit. Insbesondere die nicht ausreichenden Kenntnisse der deutschen Sprache bzw. Fachsprache sowie Schwierigkeiten in der Berufsschule gefährden die Fortsetzung der aufgenommenen Ausbildung oder einer Tätigkeit.

Frau Jacka verweist darauf, dass die Flüchtlingsnetzwerkerin der HwK Koblenz seit Jahren in Neuwied aktiv ist und regelmäßig die Ausbildungsberatung in Räumen der Kreishandwerkerschaft oder seit den letzten Monaten  im Integration Point beim Jobcenter anbietet. Darüber hinaus arbeiten sie und ihre Kollegin aus dem KAUSA-Projekt, das den Beiratsmitgliedern bereits vorgestellt wurde, eng mit den Ehrenamtlichen aus dem RLI-Integrationsprojekt zusammen und unterstützen sie bei der Vermittlung in Ausbildungsbetriebe im Handwerk.

2.) Das problematische Thema „ Wohnungsmangel“. Die Beiratsmitglieder sollen mit der GSG und Verantwortlichen sprechen, um Menschen bei der Wohnungssuche zu helfen.

3.) Alte Menschen, die mit wenig Rente in Altersarmut leben. Wie sieht es bei Senioren und Seniorinnen  mit Migrationshintergrund, die nie oder selten gearbeitet haben, aus? Wie viel Rente bekommen sie? Beratungen, zusammen mit der lokalen Politik,  was man gegen Altersarmut tun kann?

4.) Zusammenarbeit mit dem Beirat für Migration und Integration des Landkreises Neuwied und gemeinsame Treffen.

Herr Zampella weist darauf hin, dass manche Mitglieder in beiden Beiräten vertreten sind.

Frau Jacka merkt an, dass hin und wieder auch gemeinsame Veranstaltungen mit dem Integrationsbeirat des Landkreises durchgeführt wurden, z.B. die Abschlussveranstaltung der Interkulturellen Wochen  im Oktober 2017. Die nächste gemeinsame Veranstaltung ist der geplante Aktionstag gegen Rassismus auf dem Luisenplatz, der im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2018 angeboten wird.